Was WüSL sich vom neuen Stadtrat und dem/der
neuen Bürgermeister/in erwartet
Grundsätzlich erwarten wir - wie auch schon von den derzeit
noch amtierenden EntscheidungsträgerInnen - nichts anderes
als das Zugeständnis der gleichen Rechte, wie sie alle sogenannten
Nichtbehinderten ganz selbstverständlich genießen.
Die Grundvoraussetzung hierfür ist der uneingeschränkte
Zugang zu allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens: zu Bildungseinrichtungen,
Ausbildungs - und Arbeitsplätzen, kulturellen Stätten,
überhaupt zu allen Plätzen, an denen sich Menschen treffen
und austauschen. Das schließt auch den bisher sträflich
vernachlässigten Bereich des Öffentlichen Personennahverkehrs
mit ein:
nach wie vor ist der Ausschluss vieler behinderter Menschen hier
Programm, und das obwohl das technische Know-how zur barrierefreien
Gestaltung der Fahrzeuge seit langem vorhanden ist.
Die Stadt Würzburg hat sich im Oktober des
Vorjahres mit einem interfraktionellen Beschluss freiwillig zum
barrierefreien Bauen verpflichtet. Es wäre wichtig, dass diesem
positiven Ansatz nun auch wirklich Taten folgen, damit es endlich
ein Ende damit hat, dass weiterhin neue Hindernisse errichtet werden.
Jüngstes Beispiel dafür ist das Bockshorn-Theater im Kulturspeicher,
wo RollstuhlfahrerInnen der Zugang zu den offiziellen Publikumsplätzen
verwehrt bleibt.
Die Zeiten, in denen man sich erlauben konnte, so zu tun, als handele
es sich bei der barrierefreien Gestaltung unserer Stadt um Luxus
statt um die Umsetzung von Grundrechten, sind vorbei.
Angesichts der demographischen Entwicklung unserer immer älter
werdenden Gesellschaft müsste den Verantwortlichen, die auch
nur über ein Mindestmaß an politischem Weitblick verfügen,
klar sein, dass ein Festhalten an der konventionellen, undemokratischen
Gestaltung unserer Infrastruktur nicht mehr tragbar ist, und zwar
nicht nur aus sozialen Gründen, sondern auch in wirtschaftlicher
Hinsicht.
WüSL, 9. November 2001
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