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  4.Mai 2005 : Podiumsdiskussion

Lieber daheim als im Heim!
Neue Wege behinderter Menschen

Ort: Felix-Fechenbach-Haus / Stadtteilzentrum Grombühl, Würzburg
Veranstalter: WüSL e.V.

DAS PODIUM :

  • Prof. Dr. Christian Lindmeier, Universität Koblenz-Landau, Campus Landau
  • Jürgen Peters, Leiter der evangelischen Beratungsstelle, Düsseldorf
  • Cornelia Klett, St.-Josefs-Stift gGmbH, Eisingen
  • Dr. Harald Ebert, Leiter der Don-Bosco-Berufsschule, Würzburg, (Moderation)
  • Elke Bartz, ForseA - Forum selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen e.V.
  • Matthias Rösch, Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit, Rheinland-Pfalz

Eine Veranstaltung im Rahmen der ForseA-Kampagne: „Marsch aus den Institutionen. Reißt die Mauern nieder!“

DOKUMENATION:

ABLAUF :

Das Einführungsreferat zur Podiumsdiskussion - die von Dr. Harald Ebert moderiert wurde - hielt Jürgen Peters, Leiter der evangelischen Beratungsstelle in Düsseldorf und ehemaliger langjähriger Mitarbeiter von Hephata in Mönchengladbach.
„Herr in den eigenen vier Wänden“ lautet der Titel seines Vortrages, in dem er deutlich den Stellenwert und den Unterschied von leben und wohnen herausgearbeitet hatte.

"Nichts zwischen schwarz und weiß"
Sehr konträr ging es bei den anschließenden Kurzreferaten und der Diskussion nicht zu, denn die WüSL wollten an diesem Tag in erster Linie informieren. So waren sich Cornelia Klett vom St.-Josefs-Stift in Eisingen, Matthias Rösch vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit, Rheinland-Pfalz, Prof. Dr. Christian Lindmeier von der Universität Koblenz-Landau, Campus Landau und Elke Bartz, ForseA, einig darüber, dass ambulante Hilfestrukturen geschaffen werden müssten, damit Menschen mit Behinderungen mitten in der Gemeinde leben können. Besonders Eltern hätten oft Angst, dass ihre behinderten Kinder außerhalb von Institutionen unterversorgt wären und wollten deshalb den (vermeintlichen) Schutz einer Einrichtung. Prof. Lindmeier antwortete auf eine Frage, ob es etwas "zwischen schwarz und weiß" gäbe, mit "nein". Dezentralisierung sei nicht die Lösung, sondern nur Deinstitutionalisierung.
Auch kleine stationäre Wohneinheiten wären keine ambulante, sondern eben doch weiterhin stationäre Wohnformen. Wohnen und Dienstleistung müssten voneinander getrennt sein.

Cornelia Klett stellte die Bestrebungen des St.-Josef-Stifts dar, behinderte Menschen "auszugliedern", sprich mehr in die Gemeinschaft zu integrieren. Dass die in Rheinland-Pfalz geschlossenen Zielvereinbarungen Schritte in die richtige Richtung darstellen, berichtete Matthias Rösch. Er betonte, wie schwer es sei, die oft konträren Interessen von Menschen mit Behinderungen, deren Angehörigen, den Kostenträgern und den Anstaltsbetreibern "unter einen Hut" zu bringen. So sei es nicht gelungen, ein von der rheinland-pfälzischen Sozialministerin Malu Dreyer angestrebtes Moratorium gegen Neu- und Ausbauten von Heimen abzuschließen.

Elke Bartz meinte, das SGB IX beinhalte durchaus Möglichkeiten zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft. Doch würde die Verwaltung nach wie vor das Recht auf ambulante vor stationäre Versorgung unter den Kostenvorbehalt stellen. Weitere Gegner der Auflösung von Institutionen seien deren Betreiber und Mitarbeiter, die um ihre Arbeitsplätze fürchteten. Diese zu überzeugen dass sie - wenn auch in einer anderen Form und mit einer aneren Einstellung - weiter gebraucht würden, müsse vermittelt werden.

Bedauerlich war, dass die Veranstaltung mehr oder weniger "vor eigenen Reihen" stattfand und der Vertreter der Stadt nicht bis zum Ende der Podiumsdiskussion blieb. Positiv hingegen konnte die Anwesenheit von VertreterInnen aller Würzburger Zeitungen vermerkt werden.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Elke Bartz

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Stand: 10.06.2007

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