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Selbstbestimmt Leben Würzburg e.V.

 

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  19. November 2002: Fortbildung

"Wieviel Hilfe braucht ein Mensch?"
  Bedarfsermittlung in Schweden und Deutschland

Ort: WüSL, Zeller Straße 3c, 97082 Würzburg, "Am Spitäle"
Veranstalter: WüSL e.V.
in Kooperation mit ForseA - Forum selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen e.V.

Bild: Dr. Adolf RatzkaGroßes Interesse an schwedischem Assistenzmodell

Würzburg (kobinet) Die erste Veranstaltung mit Dr. Adolf Ratzka aus Schweden, der zur Zeit auf Einladung des Forums selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen (ForseA e.V.) und des Würzburger Zentrums für selbstbestimmtes Leben Behinderter Deutschland besucht, stieß in Würzburg bereits auf großes Interesse und brachte die verschiedenen Akteure im Bereich Assistenz zusammen.

Im Rahmen einer Fortbildung unter dem Motto «Wieviel Hilfe braucht ein Mensch» wurde in Würzburg heftig diskutiert und trafen die verschiedenen Herangehensweisen in Schweden und Deutschland aufeinander.

«Wenn wir nicht wollen, dass unsere Wohnungen zum Krankenhaus werden, müssen wir Betroffenen selbst entscheiden können, wer uns wann, wo und wie assistiert», so die These von Dr. Adolf Ratzka, der selbst mit Assistenz lebt und ein Atemgerät nutzt. Auch wenn in Schweden nicht alles Gold sei, was glänze, sei es dort mit dem Assistenzgesetz gelungen, wichtige Grundlagen für eine menschenwürdige und selbstbestimmte Assistenz zu schaffen. Dort habe man es laut Ratzka nur mit einem Leistungsträger zu tun und müsse nicht ständig neue Anträge stellen und neue Begutachtungen über sich ergehen lassen. Die Bedarfsermittlung für die Assistenz finde in der Regel in einem vertrauensvollen Gespräch zwischen dem Leistungsberechtigten und Kostenträger statt und sei nicht von vorne herein von der Grundannahme geprägt, dass die Betroffenen nur abzocken wollten. «Auf dieser Basis entwickelt sich ein ganz anderes Verhältnis und ist Selbstbestimmung wesentlich besser möglich, als wenn man unter ständigem Rechtfertigungsdruck steht und von Heimeinweisung bedroht ist», so Ratzka.

Demgegenüber machte Elke Bartz während der Schulung von Betroffenen und MitarbeiterInnen in Servicestellen das hiesige Dilemma der AssistenznehmerInnen deutlich.
«Im Extremfall haben es AssistenznehmerInnen mit bis zu 7 Kostenträgern und unzähligen Begutachtungen zu tun. Dabei stehen diese oftmals unter enormem Druck, denn hierzulande wird in der Regel davon ausgegangen, dass die Betroffenen das größtmögliche rausschlagen wollten. Dabei zeigt die Praxis eindeutig, dass von vielen der Hilfebedarf eher viel zu niedrig beurteilt wird», so die Vorsitzende des Forum selbstbestimmter Assistenz, Elke Bartz, die die Schulung zusammen mit Adolf Ratzka durchführte. omp

Die Veranstaltung war Teil der bundesweiten Kampagne für "Faire Assistenz" von ForseA e.V. und wurde von Aktion Mensch unterstützt.

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Stand: 10.06.2007

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